1. Die Grundangst
Warum sagen viele ehemalige Zeugen Jehovas, dass ihr Leben von Ängsten belastet wurde?
Wer schürte diese Ängste?
Wovor hatten sie Angst?
Der Dreh- und Angelpunkt des Glaubens der Zeugen Jehovas ist ihre Überzeugung, dass es einen „treuen und verständigen Sklaven“ gibt, der vom Geist Gottes geleitet wird. Die Vertreter dieses Sklaven sind die Glieder der „Leitenden Körperschaft“ in Brooklyn N.Y. Nur sie sind in der Lage den Glauben und die Bibel unter der Leitung des Geistes zu erklären. Ihren Weisungen nicht zu folgen, bedeutet „die Sünde wider den heiligen Geist“ die nicht vergeben werden kann.
Hierin begründet sich die Grundangst.
Ich darf nichts tun, was gegen den Heiligen Geist gerichtet ist, denn dann wird mir nicht vergeben.
In einem Wachtturm-Artikel aus dem Jahre 1981 werden unter 77 Punkten an die einhundert Textstellen aus der Bibel zitiert, die alle angeblich auf diesen Sklaven prophetisch verweisen. Wer durch eine intensive Schulung dazu gebracht wurde, alles was im Wachtturm steht als die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu betrachten, ist von der Fülle der „Bibelbeweise“ erschlagen.
Falls er zweifeln sollte, nimmt er sich den „Rat“ sehr zu Herzen wie er zum Beispiel im
Wachtturm vom 15. 11. 1982 S. 29 Abs. 20 Beachte die ‘warnenden Beispiele’
Gegeben wird:
„und Personen, die die von Gott verliehene Autorität mißachten, entschieden widerstehen! Doch wenn wir aufgrund des bisher besprochenen Rates aus dem Judasbrief erkannt haben, daß an unserer Einstellung oder unserer Handlungsweise etwas nicht in Ordnung ist, sollten wir dies schleunigst berichtigen und gebetsvoll die Hilfe unseres himmlischen Vaters suchen.“
Oder:
Wachtturm vom 15. 11. 1982 S. 28 Abs. 15 Beachte die ‘warnenden Beispiele’!
„Wenn wir daher die Neigung haben, die von Gott verliehene Autorität zu mißachten, sollten wir Jehova darum bitten, uns zu helfen, unseren Standpunkt zu berichtigen.
Oder:
Wachtturm vom 1. 2. 2002 S. 12 Was lehrt uns der Bericht über Nikodemus?
“Bete zu Jehova, er möge dir helfen, einen solchen Glauben zu bekunden. Du wirst spüren, wie er dir hilft, und dich aus Liebe und Dankbarkeit gedrängt fühlen, ‘dich selbst zu verleugnen und Tag für Tag deinen Marterpfahl auf dich zu nehmen und Jesus Christus beständig zu folgen’. Wirst du handeln, ohne zu säumen?“
Die Grundangst besteht also darin, gegen Gott oder den Heiligen Geist eine unvergebbare Sünde zu begehen, wenn man an den Lehren aus Brooklyn zweifelt.
Ganz schlimm wird die Situation für Jene, die auch durch noch so intensives Gebet ihre Zweifel nicht besiegen können. Sie entwickeln Schuldgefühle, weil sie sich das selbst als Glaubensschwäche auslegen. Wenn es ihnen nicht gelingt den inneren Konflikt zu lösen stehen sie unter permanentem seelischen Druck, der noch weit mehr Ängste auslöst. Darüber später mehr.
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